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Die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention während der Covid-19-Pandemie

Die Covid-19-Pandemie ist in Deutschland – wie in vielen anderen Ländern – lange unterschätzt worden. So wurden die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie anfangs nur für einen kurzen Zeitraum ergriffen, dann schrittweise verlängert und werden nun stetig neu justiert. Nur einen geringen Raum in den gesamten Diskussionen haben die Perspektiven und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen gefunden, obwohl ihre Rechte von den einzelnen Maßnahmen und deren Lockerungen unmittelbar betroffen sind.

Kinderrechte unverzichtbar in der Krise

Am 25. Juni 2020 veröffentlichte das Netzwerk Kinderrechte eine Stellungnahme zur Umsetzung der Kinderrechte während der Covid-19-Pandemie. In der Krisensituation zeigt sich, wie unverzichtbar gerade jetzt die Kinderrechte sind: Das Prinzip des Kindeswohlvorrangs muss Leitlinie bei allen Entscheidungen sein, die Kinder betreffen. Kinder müssen bei den Maßnahmen, die sie tangieren, gehört und ihre Meinungen müssen angemessen berücksichtigt werden. In der Corona-Pandemie haben viele Maßnahmen zur Eindämmung und deren Lockerungen Kinder ganz unmittelbar betroffen. Die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz ist jetzt wichtiger denn je, damit alle staatlichen Maßnahmen Kinder und Jugendliche explizit berücksichtigen. Aufgabe der Menschenrechte und des Grundgesetzes ist es, zu jeder Zeit die Einhaltung der grundlegenden Normen der Gesellschaft zu garantieren. Gerade in Ausnahmesituationen stellen sie den zentralen Orientierungspunkt für alle Handlungen dar: Auf Kinder bezogen bedeutet dies die Einhaltung aller Rechte auf Schutz, Förderung und Beteiligung.

Corona-Blog

Im Corona-Blog stellt das Netzwerk Kinderrechte Informationen, Materialien und wichtige Entwicklungen zur Corona-Pandemie insbesondere aus kinderrechtlicher Perspektive zusammen.

Corona und das Recht auf Mitbestimmung (Art. 12 UN-KRK)

Viel wird darüber diskutiert wann welche Maßnahmen in Kraft treten sollen, ob und wann sie wieder gelockert werden. Dabei diskutieren vor allem erwachsene Politiker und Politikerinnen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler - und die Kinder und Jugendlichen?

Corona und die digitale Welt (Art. 17 UN-KRK)

Die Coronakrise hat die Diskussion um Digitalisierung neu entfacht. Kinder verbringen mehr Zeit vor unterschiedlichsten Bildschirmen: gut oder gefährlich? Und welche Herausforderungen stellen sich für die Schulen?

Corona und das Recht auf Schutz (Art. 19 UN-KRK)

Für Kinder in instabilen Haushalten kann die Corona-Krise eine zusätzliche Belastung bedeuten. Deswegen muss alles Notwendige getan werden, um das Recht auf Schutz auch in Krisenzeiten zu gewährleisten.

Corona und Kinder- und Jugendhilfe (Art. 20 UN-KRK)

In Zeiten von Corona ändert sich auch die Arbeitsweise von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe zwangsweise. Ein intensiver Austausch ist nun besonders wichtig, um gemeinsam neue Lösungsansätze zu finden.

Corona und geflüchtete Kinder (Art. 22 UN-KRK)

Menschen, die in Deutschland in Gemeinschaftsunterkünften leben, sind auf engstem Raum isoliert. Die Bereitschaft schwindet, Menschen aus den Flüchtlingslagern an den europäischen Außengrenzen in Deutschland aufzunehmen.

Corona und das Recht auf Gesundheit (Art. 24)

Das Recht auf Entwicklung und das Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit schließen in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise neben der körperlichen auch die geistige, seelische und soziale Entwicklung mit ein.

Corona und Kinderarmut (Art 27. UN-KRK)

Immer stärker setzt die Coronakrise Familien unter Druck: Eltern arbeiten in Kurzarbeit oder werden entlassen, es fehlt an Kinderbetreuung und Selbstständige stehen vor dem wirtschaftlichen Ruin.

Corona und das Recht auf Bildung (Art. 28 UN-KRK)

Kinder und Jugendliche müssen zu Hause bleiben und sind nun davon abhängig, wie gut sich Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer um das Lernen kümmern. Das verstärkt die bereits vorhandene Chancenungleichheit.

Corona und das Recht auf Spiel (Art. 31 UN-KRK)

Kinder haben ein Recht auf Spiel. Jetzt dürfen sie jedoch ihre Freunde und Freundinnen nicht mehr treffen und lagen waren auch Spielplätze geschlossen.

Corona in einfacher und kindgerechter Sprache

Vor allem für Kinder und Jugendliche sind die Veränderungen durch die Corona-Maßnahmen gravierend. Die UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet die Bundesregierung dafür zu sorgen, dass alle Informationen, die für Kinder wichtig sind, auch für sie verständlich zur Verfügung stehen.

Der Corona-Blog wird regelmäßig aktualisiert, angesichts der dynamischen Entwicklungen können wir jedoch keine Vollständigkeit garantieren. Um Informationen schnell und seriös bereitstellen zu können, nehmen wir gerne Hinweise entgegen. Senden Sie uns gerne interessante Materialien, Informationen oder auch Videos und Links an info(at)netzwerk-kinderrechte.de. Vielen Dank!