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Geflüchtete Kinder: Ändert sich jetzt alles?

Kurz vor der 3. Lesung des Gesetzesentwurfes zur Verbesserung der Situation von ausländischen Minderjährigen, lud die National Coalition Parlamentarierinnen und Parlamentarier zum Gespräch. Mehrere Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen kamen am 24. September 2015 und diskutierten mit dem Themennetzwerk Flüchtlingskinder der National Coalition.

Haydar Abdulrazaq und Jörg Maywald, National Coalition Deutschland, im Gespräch über das Ankommen in Deutschland.

Parlamentarier aller Fraktionen diskutieren mit der National Coalition bevorstehende Gesetzesänderungen.

Edelgard Bulmahn, Vizepräsidentin des Bundestages, möchte als Schirmherrin der National Coalition nicht nur auf die schönen Momente anstossen, sondern auch die echten Themen selbst anpacken. So lud sie ihre Kollegen und Kolleginnen aus dem Parlament zum Gespräch im Bundestag.

Haydar Abdulrazaq, ein 15jähriger junger Mann aus dem Irak, erzählte von seinem Ankommen in Deutschland. Andreas Meissner, Sozialarbeiter bei Evin e.V. ergänzte seine Perspektive als Betreuer. Beide betonten, wie wichtig ihnen der Zugang für junge Flüchtlinge zu Deutschkursen, zu Schule im Allgemeinen aber auch zu allen anderen Lebensbereichen von jungen Menschen in Deutschland war.

Kindeswohl heisst auch Partizipation

Im Anschluss wiesen Parlamentarierinnen darauf hin, dass Kindeswohlerwägungen bei der geplanten Umverteilung nicht nur auf dem Papier stehen dürften, sondern in konkrete Handlungsanweisungen übersetzt werden müssten. Zum Kindeswohl gehöre auch klar die Berücksichtigung des Kindeswillens, aber von einer Partizipation von Kindern im Asylverfahren seien wir noch meilenweit entfernt. Ebenso thematisiert wurde die Gefahr, Jugendliche ‘im Transit’ hängen zu lassen, während die Entscheidung über ihre Umverteilung gefällt wird. Während dieser ersten Zeit ist es besonders wichtig, eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.