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Best practice for young refugees

Internationale Fachkonferenz zur Einschätzung des Alters, Entwicklungsstandes und Hilfebedarfs von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Über oder unter 18?

Jedes Jahr kommen zahlreiche unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland. UN-Kinderrechtskonvention und nationales Recht verpflichten die Verantwortlichen zu einem besonderen Schutz von Minderjährigen. Diese Kinder und Jugendlichen aus unterschiedlichen Regionen und Kulturkreisen brauchen Beratungs- und Hilfeangebote, die ihnen die Integration in den neuen Lebensraum erleichtern. Artikel 24 der UN-Kinderrechtskonvention, die für alle Menschen unter 18 Jahren in Deutschland uneingeschränkt gültig ist, gewährleistet deren Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit. Darüber hinaus liegt ihr gesundheitliches Wohlergehen auch im Interesse des Einwanderungslandes.

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin hat 2013 Empfehlungen zumedizinischen Maßnahmen bei immigrierenden Kindern und Jugendlichen veröffentlicht, die in der Praxis bislang noch nicht überall beachtet werden. Hier liegt die Chance, durch eine frühzeitige umfassende Untersuchung medizinische und psychosoziale Probleme zu erkennen und zu behandeln. Können junge Flüchtlinge ihr Alter nicht durch entsprechende Dokumente nachweisen, muss das zuständige Jugendamt eine Altersschätzung vornehmen. Erklärt das Jugendamt den Flüchtling für volljährig und ist dieser damit nicht einverstanden, wird nach gegenwärtiger Rechtsprechung eine ärztliche Untersuchung angefordert.

Die Methoden der medizinischen Altersdiagnostik sind umstritten. Aus der biologischen Reife, wie der Skelettreife, kann nur begrenzt und unsicher auf das tatsächliche Lebensalter geschlossen werden. Die Anwendung ionisierender Strahlen (Röntgenuntersuchung) ist rechtlich und ethisch fragwürdig. Ethische Bedenken werden auch gegenüber der körperlichen Untersuchung zur Feststellung des Pubertätsstadiums geäußert.

Die Veranstalter laden ein zu einer interdisziplinären, internationalen Konferenz ein, um
die dringenden Fragen der Altersdiagnostik und der ärztlichen Versorgung minderjähriger Flüchtlinge zu diskutieren.

Dr. med. Winfrid Eisenberg, IPPNW
Prof. Dr. med. Manfred Gahr, DAKJ
Prof. Dr. med. Annette Grüters-Kieslich, Charite Universitätsmedizin
Prof. Dr. med. Klaus Mohnike, Universitätsklinikum Magdeburg
Dr. med. Thomas Nowotny, IPPNW

Programm

 

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